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“Das Vergnügen ist so nötig wie die Arbeit”
(Lessing, Der junge Gelehrte)

Vortrag

Dienstag, 18. September 2018, 19 Uhr, Röhrmeisterhaus Kamenz
„Machen Kleider Leute“ Winckelmann soziale Stellung im Spiegel seiner Garderobe.
Prof. Max Kunze, Berlin

Beschreibung

Kleidungsfragen spielen auch heute noch eine Rolle. Manch einer hat das vielleicht bei Bewerbungsgesprächen gespürt. Der Jungbanker ist meist sofort vom Theaterregisseur zu unterscheiden. Dresscodes verraten z. T. politische Haltungen.
In Zuckmayers Theaterstück „Der Hauptmann von Köpenick“ wird der Zusammenhang von Kleidung und Verhaltensweisen gegenüber anderen Menschen ebenso vorgeführt wie in Gottfried Kellers Novelle „Kleider machen Leute“.

Für eine Persönlichkeit im 18. Jahrhundert spielten Kleidungsfragen eine ganz entscheidende Rolle. Mit diesem Thema wird sich Prof. Max Kunze aus Berlin anhand des Kunstwissenschaftlers und Archäologen Johann Joachim Winckelmann beschäftigen. Sein Vortrag ist am Dienstag, dem 18. September 2018, 19.00 Uhr, im Röhrmeisterhaus des Lessing-Museums zu erleben.

Die Frage nach Winckelmanns Kleidung führt vom armen Kurrendeknaben in Stendal bis hin zu dem bekannten europäischen Gelehrten, den Kaiserin Maria Theresia in Wien empfangen hat. Die soziale Dimension könnte nicht größer sein. Winckelmann war 30 Jahre, als er Preußen verließ: drei Dezennien lang war er in uniforme Kleider gepresst, die seine jeweilige sozial niedere Verankerung in der Öffentlichkeit sichtbar machte. Und doch erwuchs bereits hier, dann vor allem in Rom, die Erkenntnis, dass durch ein bewusstes Rollenspiel zwischen uniformer und guter bürgerlicher Kleidung seine soziale und gesellschaftliche Reputation verändert werden kann: „Ich habe bisher den Einfältigen und Stillen im Volk gespielet, und ich merke, daß man in Rom mit dieser Person verliehret. Von nun an werde ich den Pelz umwenden,“ schrieb er 1757. Die Kleidung wird damit wie auf der Bühne zu einem Spiel zur Legitimation in der Gesellschaft. Sein Leben lang trotzte Winckelmann der sozialen Zeichensetzung durch Uniformität privat und in der Öffentlichkeit, scherte aus den festen Zuschreibungen gesellschaftlicher Rollen heraus, wo immer es ging. Theoretisch hatte er bereits in den „Gedancken über die Nachahmung“ das griechische Ideal vom schönen Körper, der sich unter fließender Gewandung frei bewegt und sichtbar bleibt, scharf von der Mode seiner Zeit abgesetzt, die den Körper in eine pressende, einzwängende Kleidung steckt. In Porträts zeigte er sich selbst stets häuslich privat, weder als Abbate noch in repräsentativer Kleidung eines Gelehrten oder Kavaliers. Er war Zeit seines Lebens ein Grenzgänger, ein Reisender und Gast zugleich, stets in Bereitschaft zu abenteuerlichen Aufbruch.

Der öffentliche Vortrag findet im Rahmenprogramm zur Ausstellung „Niemand kann den Mann höher schätzen als ich“ – Lessing und Winckelmann statt.

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