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„Der Fremdenstrom, der sich seit der Lessinghausweihe nach unserem Städtchen wendet, hält unvermutet an.“
(Kamenzer Zeitung, 1931)

Der Eingangsbereich des Lessing-Museums
Der Eingangsbereich des Lessing-Museums

Da Lessings Geburtshaus bei einem Brand vernichtet worden war, bauten die Kamenzer Bürger an anderer Stelle ein repräsentatives Gebäude und eröffneten darin 1931 das Museum für ihren großen Sohn.
Seitdem widmet es sich –nur kurzzeitig kriegsbedingt unterbrochen – der Person, dem Werk und der Wirkung des Dichters. In der Vergangenheit modernisierten umfangreiche Baumaßnahmen das denkmalgeschützte Gebäude und gestalteten es Anfang der 1990er Jahre behindertengerecht. Außerdem entstand im gegenüberliegenden Röhrmeisterhaus ein attraktiver Veranstaltungsraum mit 50 Plätzen.
Am Museum, das eine städtische Kultureinrichtung ist und durch den Freistaat Sachsen gefördert wird, wirkt eine von Bund und Land finanzierte Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption.

Lessing-Museum - Dauerausstellung

Lessings Leben und Werk

Lassen Sie sich ein auf einen Dialog mit Lessing und kommen Sie seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit näher! Museale Schaubilder zeigen Ihnen auf 250 qm Ausstellungsfläche, wie Lessing lebte, arbeitete und wirkte.
Diese Ausstellung wurde vom Oktober 2010 - Januar 2011 neu gestaltet und ist seit dem 1. Februar 2011 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Sonderausstellung

Lessings „Minna von Barnhelm“ gehörte zwischen 1933 und 1945 zu den meistgespielten Theaterstücken in Deutschland. „Nathan der Weise“ war ab Dezember 1933 auf keiner deutschen Bühne mehr zu sehen. Wie war solch eine selektive Wahrnehmung möglich? Welchen Platz hatte Lessing als wichtigster Vertreter der deutschen Aufklärung, der sich für Humanität und Toleranz eingesetzt hatte in einem Regime, das den industriellen Massenmord „einführte“, welchen Platz als Fürsprecher der Vernunft in einem geistigen Umfeld, das die Irrationalität „kultivierte“?
Diesen Fragen geht die Sonderausstellung des Lessing-Museums nach. Im Überblick werden dabei alle Bereiche betrachtet, in denen Lessing und sein Werk Wirkung entfaltet haben, das Theater natürlich, die Schule, der Film, die Kritik, die bildende Kunst, die Germanistik und die Publizistik. Gefragt wird nach Formen der persönlichen Rezeption. Schlaglichtartig werden dabei einzelne Aufführungen, Personen und Kunstwerke genauer betrachtet und Kontexte skizziert.

Die Kulturpolitik des „Dritten Reiches“ versuchte, Lessing zu vereinnahmen, man konnte auf ihn nicht verzichten, auch er sollte der Legitimation des Regimes dienen. Dennoch war er nicht so passfähig wie bspw. ein verfälschter Herder oder ein patriotischer Kleist.

Bemerkenswert, dass Lessing zugleich aber auch der Kronzeuge des Widerstandes war, der Repräsentant eines „anderen Deutschlands“ im Exil. Doch auch im „Dritten Reich“ bot sein Denken Ansätze für subtilen Widerspruch zum NS-Zeitgeist, oft verwirklicht in schwer zu ertragender Gleichzeitigkeit von Systemstabilisierung und der geschickten Nutzung von Freiräumen. So ist die Rezeption Lessings im „Dritten Reich“ vielschichtig, facettenreich und in sich widersprüchlich.

Eröffnung Mittwoch, 30. März 2022, 19 Uhr
Ausstellungsdauer 31. März bis 18. September 2022
  Dienstag - Sonntag von 10 - 18 Uhr
Ausstellungsort Malzhaus Kamenz (Zwingerstr. 9)
Veranstalter Städtische Sammlungen Kamenz / Lessing-Museum

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