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“Das Vergnügen ist so nötig wie die Arbeit”
(Lessing, Der junge Gelehrte)

Vorträge

Freitag, 12. Mai 2017, 19 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus

Heinrich Gerlach: "Durchbruch bei Stalingrad"
Buchvorstellung mit Prof. Dr. Carsten Gansel (Gießen)

Präsentiert wird ein Buch, dessen Veröffentlichung durchaus als Sensation gelten kann. Es handelt sich um das lange verschollene Manuskript von Heinrich Gerlachs Roman „Durchbruch bei Stalingrad“.
Das Manuskript, ab 1944 heimlich in russischer Kriegsgefangenschaft verfasst, wurde 1949 vom russischen Geheimdienst beschlagnahmt, bevor es für die nächsten 70 Jahre in einem Moskauer Geheimarchiv verschwand. Der Autor Heinrich Gerlach, ein deutscher Offizier, der in Stalingrad und später im russischen Gefangenenlager zum entschiedenen Gegner Hitlers wurde, war bei der Gründung des Bundes Deutscher Offiziere dabei, agitierte gegen Hitlerdeutschland (seine Familie kam dafür in Sippenhaft), wurde aber, nachdem er sich nach Kriegsende weigerte, für die Sowjets zu spionieren, zur persona non grata.
Das Manuskript (und sämtliche geheime Abschriften) wurden konfisiziert, Gerlach selbst zu 25 Jahren Lagerhaft verurteilt. Erst nachdem er sich zum Schein zur Spionage bereit erklärte, kam er frei, allerdings ohne den Roman.
Nach seiner Flucht nach Westberlin wurde er von der östlichen Geheimdienstlern bedrängt und floh schließlich weiter nach Westdeutschland, seine Berliner Wohnung brannte noch in der Fluchtnacht aus. Sämtliche Versuche, das Buch zu erinnern, scheiterten – bis Gerlach einen Hypnotiseur aus München um Hilfe bat. Was dabei entstand, wurde nach seinem Erscheinen 1957 unter dem Titel „Die verratene Armee“ ein Bestseller, danach kam es mit dem Hypnotiseur allerdings noch zu einem Prozess um die Teilung der Tantiemen.
Carsten Gansel schließlich suchte und fand nach jahrelanger Recherche 2011 in einem Moskauer Geheimarchiv das sagenumwobene Originalmanuskript des Buches – und nicht nur das: Anhand weiteren erstaunlichen Fundmaterials kann er auch das Schicksal des Manuskripts nach der Beschlagnahmung beleuchten und neues Licht auf den Bund Deutscher Offiziere und die Geschichte vieler Beteiligter werfen.
Das ursprüngliche Manuskript ist drastischer, direkter und authentischer als die spätere Fassung. Eine literarische Entdeckung ersten Ranges: ein atemberaubender Antikriegsroman und ein erschütterndes Zeitdokument in einem.



Eine Veranstaltung der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption
Eintritt: 3,00 €, ermäßigt 1,50 €
Karten an der Abendkasse, Bestellungen unter 03578/379115

Lange Nacht der Kirchen und Museen



SAMSTAG, 13. Mai 2017, ab 17 Uhr



Schreib-Wettbewerb

Der Aufforderung “Schreibe ja!” folgen seit vielen Jahren zahlreiche Schülerinnen und Schüler und nehmen am Schreibwettbewerb des Lessing-Museums Kamenz teil.
Und sie können gut schreiben – nicht nur Briefe!
Alle Informationen zu diesem Wettstreit sind hier zu finden.

Lessing-Akzente

Damit der Geburts- und Todestag des Dichters auch in den dazwischen liegenden Jahren nicht in Vergessenheit gerät, setzt ein „kleines“ Programm Akzente und lädt dazu ein, sich an den großen Sohn der Stadt zu erinnern, ihn in seiner Zeit zu betrachten sowie seinen Wirkungen nachzuspüren.

Lessing-Tage

Kamenzer Lessing-Tage 2017 standen im Zeichen des Reformationsjubiläums

2019 finden die nächsten Lessing-Tage statt.