Lessing-Tage

26. Oktober 2021

19 Uhr, Stadttheater Kamenz
Lesung

„Er ist wirklich ein Jude ..." Moses Mendelssohn und die deutsche Aufklärung. Kommentierte Lesung mit Gunnar Och (Erlangen) und Christoph Grube (Chemnitz)


Gemeinsam mit Lessing zählt Moses Mendelssohn zu den bedeutendsten Köpfen der deutschen Aufklärung. Seine Beiträge zur Moral- und Religionsphilosophie, aber auch zur Ästhetik sind bahnbrechend. Selbst Kant, der Feind der sogenannten Popularphilosophen, kann ihnen seine Anerkennung nicht versagen. Und eine breitere Öffentlichkeit wusste er allein dadurch zu faszinieren, dass ihm kaum Glaubhaftes gelang: der Ausbruch aus dem jüdischen Ghetto und der Aufstieg zu einer Persönlichkeit von europäischem Rang. Um all diese Facetten aufscheinen zu lassen, sollen Schlüsseltexte der Zeit in Form einer kommentierten Lesung präsentiert werden. Und natürlich wird auch viel von Lessing zu hören sein, den mit seinem ›Herrn Moses‹ lebenslang eine enge Freundschaft verband.

Prof. Dr. Gunnar Och ist emeritierter Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der deutsch-jüdischen Literaturgeschichte und in der klassisch-romantischen Zeit. Veröffentlichungen erfolgten u. a. zu Lessing, Jean Paul, Eichendorff und Platen. Sein aktuelles Buchprojekt befasst sich mit der Geschichte des Ahasver-Mythos.
Dr. Christoph Grube studierte Germanistik und Geschichte. Neben seiner Tätigkeit im Fachbereich Germanistik der TU Chemnitz ist er jedoch auch in der Hörbuchproduktion tätig. Mit »Bronsteins Kinder« von Jurek Becker errang er den 2. Platz auf der Hörbuchbestenliste.

Karten zum Preis von 5 Euro/Ermäßigt 3 Euro erhalten Sie im Vorverkauf an den Kassen des Lessing-Museums sowie der Kamenz-Information.


Eine Veranstaltuing der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption

28. Oktober 2021

(c) privat

19 Uhr, Stadttheater Kamenz
Vortrag

„Völkische Literaturpolitik. Lessing bei Adolf Bartels“, Vortrag von Prof. Dr. Markus Fauser (Vechta)

außerdem Präsentation des neu erschienenen Tagungsbandes LESSING UND DAS JUDENTUM. Lektüren, Dialoge, Kontroversen im 20. und 21. Jahrhundert

Was hatten die Völkischen im frühen 20. Jahrhundert mit Lessing zu tun? Wie haben sie das Vorbild aller aufklärerischen Literatur behandelt und wie geriet Lessing in das Umfeld antisemitischer Debatten? Adolf Bartels, der „literarische Großvater der Nationalsozialisten“ hat 1918 die einzige längere Abhandlung vorgelegt, die im Kontext der äußerst hart geführten kulturpolitischen Auseinandersetzungen des frühen 20. Jahrhunderts zu lesen ist. Die Literaturgeschichte stand damals mitten im Zentrum politischer Kämpfe und erst kurz vorher haben jüdische Gelehrte erste Versuche unternommen, die Geschichte des wechselseitigen Zusammenhangs von jüdischen und deutschen Traditionen nachzuweisen. Daran knüpfen nun die Antisemiten an und werten die gesamte Rezeptionsgeschichte Lessings um. Dabei verwendet auch Bartels längst gebräuchliche Formeln, die spätestens mit dem „modernen Antisemitismus“ in seiner Phase nach der jüdischen Emanzipation und Integration immer wieder auftauchen. Bartels kulturpolitisches Verhalten ist Teil dieses „postemanzipatorischen Antisemitismus“ (Rürup).
Und was haben die Leser damals dazu gesagt? In diesem spannungsreichen Umfeld kamen Argumente und Unterstellungen zu Gehör, die uns aus heutiger Sicht überraschend bekannt vorkommen. Wie eine solche Kampfschrift richtig einzuordnen ist, soll der Vortrag zeigen.

Eintritt 3,00 €, ermäßigt: 1,50 €

29. Oktober 2021

10 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus
Puppenspiel

„Rosina und das Salz“, Puppenspiel mit Uta Davids (Pulsnitz)

2. November 2021

(c) Knut-Uwe Weise

19 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus
Vortrag, Lesung und Gespräch

„Europas verheimlichte Kinder“ mit Birgrit Michler (Zittau) und Winfried Behlau (Delmenhorst), eine Veranstaltung über Soldatenkinder im II. Weltkrieg


Kriege bringen Schrecken, Tod und Verwüstung. Aber sie bringen auch neues Leben hervor - bis heute.
Im und nach dem Zweiten Weltkrieg sind es in ganz Europa Hunderttausende Kinder, die von Soldaten mit den Frauen des Feindes gezeugt wurden.
Zum Kriegsende waren es die Kinder der Alliierten in Deutschland, gezeugt mit den Frauen des besiegten Feindes - in Gewalt oder einer Liebesbeziehung.

Nicht gewollt und doch geboren. Verheimlicht, verleugnet, ausgegrenzt, zur Adoption oder in Heime gegeben, Unzählige abgetrieben.
Viele aber auch in Liebe angenommen. Ihre Herkunft erfuhren die meisten erst spät.
Sie waren umgeben vom Schweigen der Mütter. Manche ein Leben lang.
„Schattenkinder“ nennen sie die Historiker.
Geschätzt 400 000 Kinder hinterließen die Alliierten in Deutschland, allein 100 000 Kinder sowjetischer Soldaten.

Jahrzehnte war dies ein Tabu in der Gesellschaft. Im Osten wie im Westen.
Erst seit einigen Jahren nimmt sich die internationale Forschung dieses Themas an.
Betroffene tauschen sich länderübergreifend aus, beschreiben ihre Erfahrungen, sind auf der späten Suche nach ihren Wurzeln. In der Gruppe „ Distelblüten“ haben sich die Russenkinder gefunden.

Zwei aus dieser Gruppe berichten über Schwierigkeiten und Erfolge einer Öffnung, lesen aus „Distelblüten - Russenkinder in Deutschland“ und zeigen die Originalgrafiken „Distelblüten“ und „Schattenkinder“ von Knut Weise.


Eintritt 3,00 €, ermäßigt: 1,50 €

16. November 2021

19 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus
Lesung

Benedikt Dyrlich (Bautzen) liest aus „Leben im Zwiespalt 2. Aus Tagebüchern, Briefen und Beiträgen 1990–2018“

18. November 2021

19 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus
Buchpräsentation

Prof. Dr. Carsten Gansel (Gießen) stellt den von ihm herausgegebenen Roman „Wir selbst“ von Gerhard Sawatzky vor.

26. November 2021

17 Uhr, Stadttheater Kamenz
Preisverleihung

Verleihung des Lessing-Preises des Freistaates Sachsen an Wilfried Schulz (Hauptpreis), Jackie Thomae, Anna Mateur und Jasna Zajček (Förderpreise)

27. November 2021

11 Uhr, Stadttheater Kamenz
Matinee

Michael Hametner (Leipzig) stellt in Gespräch und Lesung die diesjährigen Träger des Lessing-Preises vor.

19. Januar 2022

19 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus
Vortrag

Thomas Bauer-Friedrich (Halle) spricht zum Thema: „Der Umgang mit der Kunst der Moderne im Nationalsozialismus“

22. Januar 2022

11 oder 19 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus
Geburtstagsfeier für Lessing: Buchvorstellung

Der Autor und Verleger Dr. Andreas Eichler (Limbach-Oberfrohna) stellt seine zweibändige „Literarische Wanderung durch Mitteldeutschland“ vor.

26. Januar 2022

19 Uhr, Stadttheater Kamenz
Vortrag

Peter Michalzik (Frankfurt/M.) spricht über die Schauspielerin Marianne Hoppe

2. Februar 2022

19 Uhr, Malzhaus, Sonderausstellungsbereich
Ausstellungseröffnung

„Gotthold Ephraim Lessings Wirkungsgeschichte zwischen 1933 und 1945“

5. Februar 2022

19 Uhr, Stadttheater Kamenz
Theateraufführung

„Ein Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka, Düsseldorfer Schauspielhaus

9. Februar 2022

19 Uhr, Rathaus Kamenz, Ratssaal (geplant):
Vortrag und Gespräch

Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel (Berlin) spricht über ihre Erfahrungen als Leiterin der Taskforce zum Umgang mit der Schwabinger Sammlung von Cornelius Gurlitt.

12. Februar 2022

19 Uhr, Rathaus Kamenz, Ratssaal
Konzert

Es musizieren Kolja Lessing (Violine) und Johannes Monno (Gitarre), beide Stuttgart.

15. Februar 2022

19 Uhr, Galerie im Sakralmuseum
Ausstellungseröffnung

Eröffnung der Ausstellung mit Lithografien von Armin Mueller-Stahl zu Goethes „Urfaust“

17. Februar 2022

19 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus:
Aus- und vorgestellt

Präsentation von Neuerwerbungen und restaurierten Objekten aus den Städtischen Sammlungen Kamenz

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