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Sonderausstellungen 2009

Ewald Christian von Kleist

„So wunderlich sind die Dinge der Welt verknüpft.“
Sonderausstellung über Lessings Freund Ewald Christian von Kleist

3. Dezember 2009 - 28. Februar 2010 im Malzhaus

Das Lessing-Museum Kamenz lädt zur Eröffnung der dritten Sonderausstellung in diesem Jahr ein. Sie ist dem preußischen Offizier und Dichter Ewald Christian von Kleist (1715 bis 1759) zu seinem 250. Todestag gewidmet. Er gehörte zum engsten Freundeskreis von Gotthold Ephraim Lessing (1729 bis 1781), der ihm in seinem Lustspiel „Minna von Barnhelm“ als Major von Tellheim ein literarisches Denkmal setzte. Kleist starb 44-jährig an den Verwundungen, die er sich im Siebenjährigen Krieg zugezogen hatte.
Die Ausstellung informiert über das Leben und Werk des empfindsamen Adligen und über eine uns heute fremd anmutende Freundschafts- und Geselligkeitskultur. Sie verband Lessing und Kleist mit dem wohlhabenden Domsekretär Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 bis 1803), der sich als ambitionierter Literat betätigte. In seinem Haus in Halberstadt genossen die Freunde herzliche Gastlichkeit und anregende Gesprächsrunden.
Die Ausstellung, die das Gleimhaus Halberstadt in Kooperation mit dem Lessing-Museum gestaltete, ist bis zum Sonntag, dem 28. Februar 2010, im Malzhaus Kamenz zu sehen (Eingang über das Museum der Westlausitz, Pulsnitzer Straße 16).
Eintritt: 2 Euro, 1 Euro ermäßigt

Friedrich von Schiller

zwischen Don Karlos und Nathan
Sonderausstellung des Lessing-Museums Kamenz zum 250. Geburtstag von Schiller
4. Februar bis 15. November 2009

Der Name Schiller steht für wortgewaltige Dichtung und für ein sicheres Gespür für dramatische Effekte ebenso wie für eine grandiose Charakterisierung zwischenmenschlicher Beziehungen und individueller Handlungsantriebe, für brilliante Darstellung des kalten Spiels der Macht und politischer Intrigen. So sehr der Dichter das Geschehen seiner Dramen auch in einer bestimmten historischen Situation verankerte, so zeitlos sind doch seine grundlegenden Aussagen. Die Ideale der Klassik bleiben ein nie ganz aufzugebender, uneingelöster Traum einer vollkommenen, menschlichen Gesellschaft, an dem jede Zeit sich messen lassen muss.

Das Lessing-Museum Kamenz widmet Schiller zu seinem 250. Geburtstag eine Sonderausstellung, die Leben und Werk des Dichters vorstellt. Von der Kindheit in Württemberg spannt sich der Bogen bis zur Freundschaft mit Goethe und zu den Theatertriumphen der letzten Lebensjahre, wobei den Aufenthalten in Sachsen im Kreise des Freundes Christian Gottfreid Körner besondere Aufmerksamkeit zuteil wird.
Ein weiterer Schwerpunkt ist Schillers Bearbeitung von Lessings Drama "Nathan der Weise", die dem Stück erst zum Durchbruch auf dem Theater verhalf.
Das letzte Kapitel befasst sich mit dem Schiller-Bild des 19. und 20. Jahrhunderts, das zwischen Verklärung und Ablehnung schwankte. Schiller aber bleibt, unabhängig vom wechselnden Zeitgeist, einer der größten deutschen Dichter und zusammen mit Goethe der Schöpfer der Weimarer Klassik, die der deutschen Literatur Weltgeltung verschaffte.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog, welcher zum Preis von 14,50 € an der Museumskasse oder per Post (zzgl. Versand) erhältlich ist.

Impressionen

 

100 Wörter Lessing

Eine Kunstinstallation in den Ausstellungsräumen des Lessing-Museums
anlässlich des 280. Geburtstages von Gotthold Ephraim Lessing

22. Januar - 2. August 2009

Rupprecht Matthies

Für das Lessing-Museum Kamenz entwarf der Hamburger Künstler Rupprecht Matthies eine Wortinstallation mit 100 Wörtern aus Lessings Sprachgebrauch. Die Konfrontation der aus modernem, farbenfrohem Material geschaffenen Schriftzüge mit der Dauerausstellung des Museums, die auf gänzlich andere Weise ein Bild von dem großen deutschen Aufklärer vermittelt, verspricht ein spannungsreiches Zusammenspiel, das von der bewussten Kontrastierung ebenso lebt wie von der gegenseitigen Steigerung. Permanente und temporäre Präsentation treten in einen Dialog, werten sich gegenseitig auf, hinterfragen aber auch gewohnte Sichtweisen. So entstanden zusätzliche Bedeutungsebenen, die die Dauerausstellung bereichern und einen neuen Zugang zu Lessing ermöglichen.
Die verwendeten Wörter, denen eine besondere Bedeutung in Lessings Gedankenwelt zukommt, wählte der langjährige Präsident der Lessing-Akademie Wolfenbüttel, Prof. Dr. Jürgen Stenzel, aus. Die Ausstellung wird im Anschluss an die Präsentation in Kamenz auch noch in Wolfenbüttel und Hamburg zu sehen sein. So sind in diesem Projekt nicht nur drei Orte verbunden, die in Lessings Leben von besonderer Bedeutung waren, sondern mit dem Lessing-Museum Kamenz, der Lessing-Akademie Wolfenbüttel und der Lessing-Gesellschaft Hamburg auch drei Institutionen, die sich dem Leben und Werk des Aufklärers verschrieben haben.

Impressionen

Besuchermeinung

„Im Englischen gibt es das Wort ‚wordy‘, was so viel wie wortreich heißt. Die Räume im Lessing-Museum sind ‚wordy‘ geworden.
An der Wand klebt nun ‚Vernunft‘, in einer halboffenen Schublade erblickt der Besucher ‚Offenbarung‘. Der Titel ‚Emilia Galotti‘ schwebt in der Luft. ‚Jude‘ ist orange und fraktur, ‚Muselmann‘ braun und kursiv.
Es sind Wörter aus Lessings Schriften, 100 an der Zahl montiert. Die Räume wirken kunterbunt und voller Bewegung, kommunikativ, eben ‚wordy‘ – wie die Menschen so sind.
Seit 30 Jahren bin ich immer wieder in Kamenz in Sachen Lessing unterwegs. Die Stadt ist für mich ein Ort der Begegnung mit alten Freunden und neuen Bekannten aus anno dazumal und heute. In dem Sinne ‚wordy‘: ‚Freundschaft‘. "

Prof. Richard E. Schade (Cincinnati/Ohio USA)